Therapeutische Herangehensweise mit Somatic Experiencing® (SE)

In der Traumatherapie nach dem Somatic Experiencing Modell geht es darum, das was zu viel war in einem überfordernden Ereignis, in verdaubare Häppchen zu teilen. Im Verarbeitungsprozess wird das Erleben verlangsamt und eine Möglichkeit zur Orientierung geschaffen, sodass das Nervensystem das Ereignis in einem anderen Licht neu erleben und verarbeiten kann.

Erfahrungskomponenten von körperlichem Empfinden, bildhaften Eindrücken, körperlicher Ausdruck, Gefühle und selbstreflektierte Bedeutung werden miteinander in Beziehung gebracht und somit das ganzheitliche Erleben, das im traumatischen Erleben zersplittert wurde, wieder zusammengefügt und bewusst erlebbar gemacht.

Durch diese Neuverhandlung werden traumatische Reaktionen wie Blockaden (die sich z.B. in Schmerzen äußern können), Überwachsamkeit, Hilflosigkeit oder Dissoziation in natürliche Lebenskraft und Lebendigkeit umgewandelt.

„Traumata sind nicht nur heilbar, sondern sie können auch transformierend wirken. Traumata zählen zu den wichtigsten Kräften der menschlichen Entwicklung, des psychischen, sozialen und spirituellen Erwachens. (…) Ein aufgelöstes Trauma ist ein großes Geschenk, das uns zur natürlichen Welt von Ebbe und Flut, zu Harmonie, Liebe und Mitgefühl zurückführt.“ – Peter Levine

Ressourcen – der innere Rückhalt

In dem gesamten Prozess der Traumalösung ist der Kontakt zu den eigenen inneren und äußeren Ressourcen von entscheidender Bedeutung.

Ressourcen sind wie eine warme Tasse Tee oder Kaffee, an der wir unsere kalten Hände wärmen, den Duft einsaugen und durch angenehme Erinnerungen und Gefühle, Glück und Unterstützung erleben. Die Verbindung mit unseren Kraftquellen bringt unser Nervensystem und unseren Körper in einen stabilen, belastbaren Zustand, von dem aus wir uns an Herausforderungen wagen können.
Hände in Handschuhen umfassen eine warme Tasse Kaffee


Neugierig geworden? Welches sind Ihre Ressourcen? Ein Bild aus alten Zeiten? Ein bestimmtes Kissen? Natur? Bewegung? Andere Menschen? Musik? Tanzen?Wir verfügen über unzählige solcher Kraftquellen. Wenn Sie wollen, können Sie auf Entdeckungsreise gehen. Was geschieht in Ihrem Körper, wenn Sie mit Ihren Ressourcen in Verbindung gehen?

Wann und für wen Somatic Experiencing®?

Von eindeutigen Ereignissen wie Kriegserlebnissen, Naturkatastrophen, Missbrauch, Unfällen oder Verlusterlebnissen abgesehen, können auch Operationen oder kleine alltägliche, scheinbar harmlose „Unfälle“ und Stürze zu traumatischen Reaktionen mit körperlichen und/ oder seelischen Symptomen führen.

Mit Elementen des SE-Modells können Menschen vom Säugling bis ins hohe Alter auf ihrem Heilungsweg unterstützt werden. Und: Heilung ist immer möglich. Selbst wenn das Ereignis viele Jahre zurückliegt.
Säuglinge und ihre Familien unterstütze ich in der Integration überfordernder Umstände von Schwangerschaft und Geburt.

Entwicklungstrauma und SE

Bei Themen, die aus der persönlichen Entwicklungsgeschichte stammen, unterstützt Somatic Experiencing® die Heilung durch:

  • besseren Kontakt zu sich selbst und anderen
  • bessere Selbstregulation
  • mehr Körperwahrnehmung
  • bessere Reflexion und mehr Bewusstsein darüber, wie Gefühle, Erwartungshaltungen, Glaubenssätze und Urteile die Wahrnehmung beeinflussen.
  • Desidentifizierung von unzutreffenden Vorstellungen, die wir über uns, andere und die Welt haben

Im Rahmen der Craniosacralen Therapie unterstütze ich Sie auf Ihrer Erforschung körperlicher, emotionaler und geistiger Zusammenhänge mit Achtsamkeit, Akzeptanz, Wahrung Ihrer Grenzen, Interesse, Reflexion und gebe Ihnen die Möglichkeit, Ihren Prozess selbst zu bestimmen.

 

„You can’t stop the waves, but you can learn to surf!“– Jon Kobat-Zinn

 


Ein Surfer im Meer